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Ratgeber Hühnerhaltung!

Licht im Stall: Energie auch in der dunklen Jahreszeit

Besonders im Winter ist eine künstliche Beleuchtung im Stall sinnvoll. Um die Gesundheit und den natürlichen Biorhythmus der Hühner zu stabilisieren, sollten sie idealerweise 14 bis 16 Stunden Licht pro Tag erhalten. Dies sichert nicht nur eine konstante Legeleistung, sondern fördert auch das allgemeine Wohlbefinden.

 

  • Achten Sie auf flackerfreie Lampen. Der Einsatz einer Zeitschaltuhr garantiert dabei einen geregelten Tagesablauf und verhindert Stress, der durch unregelmäßige Beleuchtungszeiten entstehen könnte.
  • Wählen Sie Leuchtmittel gezielt aus: Warmweiße LEDs mit einer Farbtemperatur von 2.700 bis 3.000 Kelvin (K) ahmen das natürliche Licht gut nach und sorgen für eine angenehme Atmosphäre im Stall.
Die Mauser: Zeit für Regeneration

Einmal im Jahr, meist im Spätsommer oder Herbst, durchläuft das Huhn die Mauser. Ähnlich wie der Fellwechsel bei Säugetieren dient dieser Prozess der Erneuerung des schützenden Federkleids.

  • Was passiert dabei? Der Federverlust beginnt meist am Kopf und setzt sich über Hals, Brust und Rücken bis zu den Flügeln fort. Die Tiere wirken in dieser Zeit oft  struppig oder „kahl“.
  • Die Legepause: Da die Produktion neuer Federn extrem viel Energie kostet, stellen Hühner während der Mauser die Eierproduktion teilweise oder sogar vollständig ein. Der Körper nutzt alle Ressourcen für die Regeneration.
  • Auslöser: Gesteuert wird dieser Prozess hormonell, oft ausgelöst durch kürzer werdende Tage.
Optimale Fütterung: Warum Pellets?

Die Wahl des Futters entscheidet über die Gesundheit der Tiere. Die Fütterung in Pelletform bietet dabei entscheidende Vorteile:

  • Keine Selektion: Hühner können keine „Leckerbissen“ herauspicken. So ist sichergestellt, dass jedes Tier – auch rangniedrige – alle notwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis aufnimmt.
  • Geringe Verluste: Die Pelletform verhindert das typische „Aussortieren“ und Verstreuen des Futters, sodass nahezu die gesamte Futtermenge auch tatsächlich aufgenommen wird.
  • Verbesserte Haltbarkeit: Die thermische Behandlung bei der Herstellung (Pressvorgang) reduziert die Keimbelastung im Futter und macht es oft länger haltbar als loses Mehl.
Täglicher Bedarf und Tipps zur Umstellung

Eine behutsame Umstellung schont die Verdauung deiner Hühner. Da der Stoffwechsel Zeit braucht, verbessert sich die Eierqualität meist erst nach etwa zwei Wochen.

  • Schrittweises Mischen: Mische das neue Futter schrittweise unter das gewohnte Futter. Ein bewährtes Verhältnis ist:

            Tag 1–3: 75 % altes Futter, 25 % neues Futter.

            Tag 4–6: 50 % altes Futter, 50 % neues Futter.

            Tag 7–9: 25 % altes Futter, 75 % neues Futter.

            Ab Tag 10: 0 % altes Futter, 100 % neues Futter.

  • Faustregel zur Versorgung: Pro gesundes Tier (ca. 2,5 kg Körpergewicht) sollten täglich ca. 120 g Futter und ca. 250 ml Wasser kalkuliert werden.
  • Energie-Plus: Im Winter kann der Bedarf durch den höheren Energieaufwand zur Wärmeregulierung um ca. 20 % ansteigen.
Die Grundregeln für Stallhygiene und Versorgung

Hühner haben einen schnellen Stoffwechsel und können keine langfristigen Nährstoffreserven anlegen. Beachte daher folgende Faustregeln:

  • Ständiger Zugriff: Futter und frisches Wasser müssen den ganzen Tag über zur Verfügung stehen. Das reduziert Stress und stabilisiert die Legeleistung.
  • Effizienz durch Automaten: Große Futterspender und Stülptränken schützen vor Verschmutzung und sparen tägliche Arbeit.
  • Sauberkeit: Reinige die Futterspender wöchentlich und die Tränken alle zwei bis drei Tage gründlich, um Schimmel, Algen und Bakterien vorzubeugen. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden.
Schutz: Rund-um-die-Uhr

Sicherer Nachtstall: Frischluft ohne Risiko

In der Nacht ist die Gefahr durch Marder und Füchse am größten.

  • Die Maßnahme: Der Stall muss nachts fest verschlossen sein.
  • Hitzeschutz: Damit deine Hühner an heißen Sommertagen nicht überhitzen, solltest du Fenster oder Türen mit einem feinmaschigen stabilen Volierendraht (punktgeschweißt) bespannen.
  • Tipp: Verwende keinen einfachen „Hasendraht“; dieser ist für Marder leicht zu durchbeißen. Der Draht sollte fest mit dem Rahmen verschraubt sein, um ein Aufhebeln zu verhindern.

Schutz von oben: Abwehr von Greifvögeln

Habichte und Sperber schlagen oft blitzschnell aus der Luft zu.

  • Die Maßnahme: Überspanne den gesamten Auslauf mit einem Geflügelschutz- oder Katzenschutznetz.
  • Tipp: Achte auf eine Maschenweite von maximal 8 x 8 cm (ideal sind 6 cm), damit Greifvögel nicht hindurchstürzen können. Das Netz muss straff gespannt sein und durch Stützpfosten in der Mitte gesichert werden, damit es bei Laubfall oder Schnee nicht durchhängt.
     

Die Barriere am Boden: Elektrischer Hühnerzaun

Gegen kletternde Marder und grabende Füchse bietet ein mechanischer Zaun oft nicht genug Schutz.

  • Die Maßnahme: Installiere einen elektronischen, feinmaschigen Hühnerzaun (Geflügelnetz).
  • Der Effekt: Durch die Stromimpulse lernt der Räuber bereits bei der ersten Berührung, dass der Zaun eine unüberwindbare Grenze darstellt. Die feinen Maschen im unteren Bereich verhindern zudem, dass sich Raubtiere oder Küken hindurchzwängen.
  • Tipp: Achte auf eine gute Erdung des Geräts, damit die Schlagstärke auch bei trockenem Boden erhalten bleibt.
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